„Das Smartphone ist kein Spielzeug“

Kriminalhauptkommissar Klaus Kratzer informiert Eltern und Lehrkräfte an der Mittelschule Meitingen

Von Rosmarie Gumpp

Der Einladung zum Informationsabend „Das Smartphone ist kein Spielzeug“ folgten 30 Eltern. Organisiert hatte ihn Lehrerin Annina Wech-Sixt, die Präventionsbeauftragte der Mittelschule Meitingen. Kriminalhauptkommissar Klaus Kratzer, seit vielen Jahren in der Aufklärungsarbeit über neue Medien an bayerischen Schulen unterwegs, war der Referent des Abends. Konrektor Andreas Tepper erläuterte den Anwesenden nach seiner Begrüßung die schulrechtliche Komponente, dass in Bayern das Handy auf dem Schulhof ausgeschaltet werden muss. Selbstverständlich kann es im Unterricht aus pädagogischen Gründen eingesetzt werden. Allerdings geschieht auch viel Missbrauch durch das Handy in der Schule. Klaus Kratzer, im Landkreis Augsburg an den Schulen durch seine Informationsarbeit kein Unbekannter mehr, fasste seine Informationen folgendermaßen zusammen:

  • Das Smartphone ist für Kinder eigentlich gar nicht geeignet.
  • Durch das Smartphone besteht die Möglichkeit, jugendgefährdende Inhalte aufzurufen (Pornographie, die ultrabrutale Netflix-Serie „Squid Game“ …).
  • Eltern und Erziehungsberechtigte sollten mehrmals wöchentlich das Smartphone ihres Kindes kontrollieren. Klaus Kratzer: „Pornographie und Gewalt stehlen den Kindern die Jugend“.
  • Verbotenes reizte schon immer. Allerdings waren die verbotenen Inhalte früher schwer zugänglich und bei weitem nicht so brutal und ekelhaft. Klaus Kratzer: „Kindern und Jugendlichen kann die Kindheit nicht zurückgegeben werden, denn das, was man einmal gesehen hat bleibt im Gedächtnis, in der Vorstellung haften“.
  • Die Hauptplattformen unserer Kinder und Jugendlichen sind derzeit Snapchat, Tic-toc, WhatsApp, YouTube. Facebook ist schon für die älteren Generationen.
  • Auf diesen erwähnten Plattformen tummeln sich „Schmutzbuckel“, die den Kontakt zu Kindern und Jugendlichen suchen.
  • Die Täter gehen dabei raffiniert vor, schleichen sich in das Vertrauen und das Leben der Kinder/Jugendlichen („Grooming“). Sie versuchen an freizügige Bilder der Betroffenen zu kommen. Ist dies geschehen, sind die Kinder/Jugendlichen erpressbar oder werden zu noch Schlimmerem gezwungen.
  • Die Corona-Zeit ermöglicht auch eine Zunahme von Cybermobbing.
  • Hinweis auf Klicksafe.de – eine wichtige Seite für Eltern und Erziehungsberechtigte. Sie arbeitet mit den Polizeibehörden zusammen.

Klaus Kratzer informierte die Zuhörerschaft mit seinem kompetenten Wissen und beantwortete gerne auch Fragen aus dem Plenum. „Erziehung ist anstrengend, geben Sie nicht auf“. Der Kriminalhauptkommissar gab auch den wertvollen Rat, dass in keinem Kinderzimmer ein Bildschirm sein sollte, denn sonst kommt das Kind nicht mehr zur Ruhe. Es ist üblich, dass junge Damen bis zu 800 WhatsApp-Nachrichten versenden, der Medienkonsum ist heraufbeschworen.

Lehrerin Annina Wech-Sixt bedankte sich am Ende der Veranstaltung beim Referenten und überreichte ein „süßes“ Geschenk.