Die Bundestagsabgeordnete Heike Heubach (SPD) besuchte die Mittelschule Meitingen

Die erste gehörlose Abgeordnete erzählte über ihre Arbeit im Deutschen Bundestag

 

Von Rosmarie Gumpp

 

Meitingen: In der Turnhalle saßen erwartungsvoll die Schülerinnen und Schüler der 8., 9. und 10. Klassen und warteten geduldig auf ihren Gast. Heike Heubach, SPD-Abgeordnete aus Stadtbergen, hatte ihre Aufwartung an der Mittelschule Meitingen gemacht. 2024 rückte sie in den Bundestag nach, 2025 wurde sie über ihren Listenplatz direkt gewählt. Die Abgeordnete bringt sich in den Ausschüssen Arbeit und Soziales sowie Bauen und Wohnen als politische Sprecherin ihrer Partei ein. In der Turnhalle der Mittelschule Meitingen lauschte die Schülerschaft sehr aufmerksam den Ausführungen der engagierten Politikerin. Sie hatte zwei Gebärdendolmetscher mitgebracht, die ihre Ausführungen sofort in Sprache umsetzten. Heike Heubach bekräftigte die enorme Wichtigkeit der Erziehung zur Demokratie an Schulen sowie Schülerinnen und Schüler an demokratischen Prozessen zu beteiligen. Beeindruckt hatte sie die Rede der Holocaust-Überlebenden Tova Friedmann am 28. Januar 2026 im Deutschen Bundestag, die als eines der wenigen jüdischen Kinder die Schrecken von Auschwitz-Birkenau überlebte und im Januar 1945 befreit wurde. Tova Friedmann, so erzählte Heike Heubach, warnte eindringlich vor dem Wiedererstarken des Antisemitismus und forderte entschieden gegen Hass vorzugehen. „Deshalb komme ich sehr gerne in Schulen, um euch über die Demokratie zu erzählen“, so Heike Heubach. Nach anfänglichem Zögern kamen dann doch viele Fragen der unterschiedlichsten Art. Diese reichten vom monatlichen Verdienst einer Abgeordneten bis hin zur AfD, Friedrich Merz als Bundeskanzler oder auch, ob der Kommunismus eine gute Staatsform wäre. Lob gab es am Ende eines etwas anderen Schulvormittags nicht nur von Heike Heubach, sondern auch von Rektor Uwe Seifferer, der das breite Spektrum der gestellten Anfragen lobte und auch den Besuch von Heike Heubach organisierte. Der Gast forderte die Zuhörerinnen und Zuhörer auch zum Schreiben an die Abgeordnete auf, die versprach, alle Mails zu beantworten. Die Mittelschule Meitingen leistete mit der Einladung der Politikerin einen wertvollen Beitrag zur Demokratieerziehung an Schulen.